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2022 | Buch

Bildungsmanagement für die Wirtschaft

Qualifizierung und Fachkräfteentwicklung an der Schwelle zu neuen Arbeitswelten

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Über dieses Buch

Angesichts neuer Arbeitswelten, demografischer Entwicklung, schnelleren Wissensumschlages und stärkeren Wettbewerbs spielt wirtschaftsnahe Qualifizierung und Weiterbildung in der Personalentwicklung eine große Rolle. Hieraus ergeben sich neue Notwendigkeiten, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Bildung noch stärker miteinander zu verbinden und Grenzen zwischen ihnen durchlässiger zu machen. Dieses Buch beleuchtet dabei die neuen Anforderungen in Analyse, Aufbereitung und Vorausdenken. Es trägt hierzu systematisch praktische Erfahrungen zusammen, verallgemeinert diese, setzt sich kritisch mit Verbesserungsbedürftigem auseinander und verfolgt dabei immer das Ziel, praktikable Lösungen aufzuzeigen. Es geht um die Anpassung bestehender Berufsbilder an neue Anforderungen, die Rolle der dualen betrieblichen Ausbildung und anderer Formate bei der Nachfrage von Betrieben, duale Ausbildung als Exportschlager, das künftige Verhältnis von hoch- und geringqualifizierter Beschäftigung und dem Sand im Getriebe des deutschen Weiterbildungssystems. Das Buch lebt von den umfangreichen praktischen Erfahrungen des Autors, die er verständlich formuliert und kommentierend in den größeren Zusammenhang überführt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Qualifizierung
Zusammenfassung
Technischer Fortschritt basiert auf der qualitativen Komponente des Produktionsfaktors Arbeit. Er vollzieht sich langfristig wellenförmig und findet gegenwärtig seinen Ausdruck im digitalen Wandel. Bindeglied zwischen technischem Fortschritt und Arbeit ist Bildung. Technischer Fortschritt ist das Ergebnis von Bildung und fordert sie seinerseits. Digitalisierung verändert weniger die Nachfrage nach Arbeit in ihrer Quantität, sondern fordert grundlegende Anpassungen in ihrer Qualität, in ihrem Bildungsprofil. Es ist Aufgabe von Bildungssystem, Beschäftigungssystem und ihrer Verzahnung, diese Aufgabe zu bewältigen. Hier ist noch Wegstrecke zu bewältigen. Beeinflusst wird das Verhältnis von technologischem Wandel, Beschäftigung und Bildung von weiteren Trends wie demografischer Wandel, Migration und Globalisierung.
Andreas Forner
2. Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
Zusammenfassung
Berufsorientierung unterstützt die Eigeninitiative junger Menschen bei der Spiegelung von Möglichkeiten und Erfordernissen am Ausbildungs- und Studienmarkt mit den eigenen Interessen und Potenzialen. Der deutsche Ausbildungsmarkt ist von einem Überhang der Nachfrage (Ausbildungsplätze) gegenüber dem Angebot (Bewerber) gekennzeichnet. Diese Proportion prägt die Prognose wachsenden Fachkräftemangels. Damit gewinnt die Rekrutierung von Fachkräften aus Drittländern zunehmendes Gewicht. Die Arbeitslosenquote in Deutschland geht in den letzten Jahren schrittweise nach unten. Herausforderungen des Arbeitsmarktes sind die Bekämpfung zunehmenden Fachkräftemangels und von Langzeitarbeitslosigkeit. Unter diesen Bedingungen kommt dem Matching, der Herstellung von Passfähigkeit zwischen Bewerberprofilen und dem Bedarf der Wirtschaft – und damit der Bildung –, wachsende Bedeutung zu.
Andreas Forner
3. Das Bildungssystem in Deutschland
Zusammenfassung
Wie in allen entwickelten Ländern steht in Deutschland das Bildungswesen unter staatlicher Aufsicht. Das bedeutet kein staatliches Bildungsmonopol, sondern schließt die ergänzende Rolle privater Bildungsanbieter ein. Das deutsche Bildungssystem besteht aus fünf Stufen: Primarstufe (Grundschule), Sekundarstufe I (Mittelstufe), Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe, Berufsschule), Tertiärer Bereich (Hochschule) und Quartärer Bereich (Weiterbildung). Der Vergleich mit internationalen Bildungsstandards ergibt Übereinstimmung in den Grundstrukturen bei Abweichungen im Detail. Ein Markenzeichen des deutschen Bildungssystems ist die duale betriebliche Ausbildung. Das deutsche Bildungssystem ist durchlässig. Das ermöglicht Korrekturen und Neuorientierungen auf dem Bildungsweg. Eine Kombination aus regionaler Verschiedenheit und unterschiedlichen Ressorts führt in der Bildungspraxis zu einem komplizierten Geflecht, in dem unabgestimmte Parallelaktivitäten und mangelnde Transparenz Reserven für Qualität, Handlungsstärke und Anpassungsschnelligkeit offenbaren. Die gilt es zu nutzen.
Andreas Forner
4. Internationaler Bildungstransfer
Zusammenfassung
Globalisierung ist die zunehmende internationale Verflechtung zwischen Staaten und ihren Akteuren – in Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation, Bildung und anderen Bereichen. In der heutigen Wissensgesellschaft nimmt der Transfer von Wissen durch Bildung schneller zu und überwindet Grenzen leichter, als der Warenhandel. Internationaler Bildungstransfer ist der in der Regel entgeltlicher Export und/oder Import von Bildungsdienstleistungen. Diese haben die Aufgabe, im Zielland Wissen von einem bestehenden Niveau auf ein höheres, dem Anspruch von Gesellschaft und Wirtschaft in diesem Land entsprechendes, Niveau entwickeln zu helfen. Internationaler Bildungstransfer bildet in seiner Systematik eine Matrix aus den verschiedenen Stufen des Bildungssystems auf der einen und verschiedenen Formen seiner Erscheinung (z. B. Anerkennung von Abschlüssen, Rückkehr von Auslandsstudenten in ihre Heimatländer, Export/Import von Bildung) auf der anderen Seite.
Andreas Forner
5. Betriebliche Qualifizierungsnachfrage: Grad, Format, Qualität
Zusammenfassung
Beim Übergang vom Bildungssystem ins Beschäftigungssystem werden höhere Qualifikation (Hochschulabschluss), mittlere Qualifikation (Berufsabschluss) und Geringqualifikation (ohne Beruf) unterschieden. Der Fachkräftebegriff bezieht sich sowohl auf den Hochschul- als auch auf den Berufsabschluss. Das Verhältnis von Ausbildungsanfängern zu Studienanfängern hat sich von 60:40 auf 50:50 verändert. Wachsender Fachkräftemangel bezieht sich sowohl auf Hochschulabsolventen als auch auf Facharbeiter. Auf diese allerdings mittelfristig in stärkerem Maße. Ein zu „Geringqualifikation“ gehörendes und ausschließlich auf Weiterbildung ausgerichtetes Format ist die Teilqualifizierung. Die Diskussion zur Modernisierung des Ausbildungssystems bezieht sich auf Modularisierung, Generalisierung, Ausbildungsdauer und dualen Rhythmus. Der Anteil geringqualifizierter Beschäftigter beträgt 10 %. Ihr Arbeitslosigkeitsrisiko ist überdurchschnittlich hoch. Technologischer Wandel führt nicht zu Verdrängung zwischen Qualifizierungsebenen, sondern hebt das Gesamtgefüge auf höheres Niveau.
Andreas Forner
6. Quellen der Fachkräftesicherung
Zusammenfassung
Eine Herausforderung für die deutsche Wirtschaft ist sich verstärkender Fachkräftemangel. Darunter wird ein Nachfrageüberhang nach Menschen im arbeitsfähigen Alter verstanden, die über einen Hochschul- oder Berufsausbildungsabschluss verfügen. Objektive Ursachen für den Trend sind eine zurückgehende Bevölkerungszahl und innerhalb dieser eine noch schneller sinkende Zahl an Menschen im berufsfähigen Alter. Das führt zu einer Überalterung der Bevölkerung, innerhalb derer immer weniger in die Rentenkassen einzahlende Menschen für immer mehr Rentenempfänger aufkommen müssen. Für einen Ausgleich bedarf es neuer Lösungen. Hieran richten sich Vorschläge zur Erschließung potenzieller Fachkräftequellen aus. Zu ihnen gehören die Erhöhung des Arbeitsvolumens, Berufsorientierung, Bildung und Matching, familienfreundliche Arbeitsbedingungen, arbeitsmarktorientierte berufliche Rehabilitation, schrittweise berufliche Entwicklung von Migranten und Flüchtlingen sowie die Gewinnung von Fachkräften aus Drittländern. Erforderlich ist eine Kombination dieser quantitativen und qualitativen Faktoren.
Andreas Forner
7. Bildungsmanagement im Betrieb
Zusammenfassung
Bildungsmanagement wird im doppelten Sinne verstanden. Zum einen als das Gesamtmanagement von Bildungseinrichtungen – von Anbietern auf dem Bildungsmarkt. Zum anderen als ein Teil des Gesamtmanagements in allen anderen Unternehmen – den Nachfragern am Bildungsmarkt. Gegenstand privater Bildungsträger auf der Angebotsseite können potenziell alle Bildungsformate auf allen Stufen des Bildungssystems sein. Der Schwerpunkt in der Praxis liegt in der beruflichen Weiterbildung. Wie für andere Unternehmen auch kann die Organisation eines Bildungsunternehmens seiner Produktgruppenstruktur, seiner Regionalstruktur oder einer Matrix aus beiden folgen. Im Verhältnis von komplexer Projektverantwortung und Querschnittsspezialisierung gibt es unterschiedliche Standpunkte – zum Beispiel für den Vertrieb oder die Konzeptentwicklung. Das Bildungsmanagement in Nicht-Bildungs-Unternehmen ist Gegenstand der Personalentwicklung. Es koordiniert den sich verändernden Bildungsbedarf auf der einen und externe und interne Bildungspotenziale auf der anderen Seite. Im Zuge des technologischen Wandels erhöht sich sein Stellenwert.
Andreas Forner
8. Personaldienstleistungen
Zusammenfassung
Personaldienstleistungen sind die entgeltliche externe Unterstützung von Unternehmen bei der Gewinnung, Entwicklung und Freisetzung von Personal. Zu ihnen gehören als wichtige Formen Zeitarbeit, Personalvermittlung und Outplacement. Bildung ist eine nicht in diesen Formen aufgehende, aber eine in unterschiedlicher Art mit ihnen kombinierte Dienstleistung. Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) erfolgt in einem Dreiecksverhältnis, bei dem die Verleihfirma Zeitarbeitnehmer befristet an eine Entleihfirma überlässt, wobei letztere Mitarbeiter der Verleihfirma bleiben. Diese trägt damit auch die Hauptverantwortung für ihre Qualifizierung. Personalvermittlung ist die externe Unterstützung eines Unternehmens bei der Rekrutierung und Anstellung von Mitarbeitern. Beim Outplacement werden ausscheidende Mitarbeiter auf ihrem Weg in eine neue Beschäftigung unterstützend begleitet. Auftraggeber ist hier das Personal abbauende Unternehmen. Eine Transfergesellschaft ist institutionalisiertes Outplacement. Outplacement, bei dem aus dem beauftragenden Unternehmen ausscheidende Beschäftigte befristete Arbeitnehmer der Transfergesellschaft werden.
Andreas Forner
9. Entwicklung von Branchen, Berufen und Studiengängen
Zusammenfassung
Branchen sind aus betrieblicher Sicht die Gesamtheit von Unternehmen mit ähnlichen Produkten und Prozessen zu ihrer Herstellung. Aus Sicht der Gesamtwirtschaft handelt es sich um diejenigen ihrer Teile, die von ebendiesen Merkmalen geprägt sind. Branchenvertreter sind potenzielle Wettbewerber auf der Anbieterseite am Gütermarkt. So, wie in einer Marktwirtschaft das Angebot in der Regel der Nachfrage folgt, wird die Branchenstruktur vornehmlich von Umfang und Struktur des Verbrauchs bestimmt. Inklusive des produktiven Konsums und der Außenwirtschaftsbeziehungen. Da Unternehmen einer Branche auch vergleichbare Kompetenzanforderungen an ihre Mitarbeiter stellen, folgen Berufs- und Studienprofile vorwiegend ebenfalls den Branchendefinitionen. Das erneuert und verstärkt sich im Zuge von technologischem Wandel und Digitalisierung. So, wie diese zu neuen Arbeitswelten führen, ergeben sich branchenspezifische Anforderungen an die Entwicklung von Berufen und Studiengängen. Basis dafür sind Wirtschaftsnähe und ein methodisch und fachlich hierfür qualifiziertes Lehrpersonal.
Andreas Forner
10. Bildung, Arbeit und Leben im Wandel der Generationen
Zusammenfassung
Generationen sind seit jeher Kinder ihrer Zeit, prägen diese Zeit zurück und sorgen so für gesellschaftlichen Fortschritt. Generationen unterscheiden sich voneinander in ihren Erfahrungen aus dem jeweiligen geschichtlichen Umfeld, ihren Lebens- und Arbeitsprioritäten, ihren kommunikationstechnischen Kompetenzen, ihrem Selbstbewusstsein und ihren Erwartungen an andere Generationen. Zu den Nachkriegsgenerationen gehören die Babyboomer, die Generationen X, Y und Z sowie die in den letzten 10 Jahren bzw. noch nicht geborene Generation Alpha. Entscheidender als die Geburtsjahre ist der Durchlauf von Generationen durch das Bildungs- und Beschäftigungssystem. Während die Babyboomer derzeit schrittweise das Rentenalter erreichen, die Generationen X und Y im Arbeitsleben stehen, gelangt die Generation Z derzeit aus Ausbildung und Studium auf den Arbeitsmarkt, und Alpha kommt in die Schule. Während es für die Älteren im Vordergrund stand, sich vor Bewerbungen intensiv mit ihrem künftigen Arbeitgeber zu beschäftigen, erhalten im Falle Z Personalchefs Ratschläge von Personalberatern, wie sie möglichst erfolgreich mit den jungen Bewerbern umgehen und ihren Ansprüchen genügen.
Andreas Forner
Backmatter
Metadaten
Titel
Bildungsmanagement für die Wirtschaft
verfasst von
Andreas Forner
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-37673-4
Print ISBN
978-3-658-37672-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-37673-4

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